Lebenslanges Lernen

Kreatives Schreiben & Kurzgeschichten: Eigene Worte finden

Wie Sie eigene Gedanken, erfundene Erzählungen oder Anekdoten zu Papier bringen: Schreibimpulse, Methoden gegen Schreibblockaden und Tipps für fesselnde Texte.

Haben Sie schon einmal den Wunsch verspürt, eine Geschichte aufzuschreiben, ein kleines Gedicht zu verfassen oder Ihre Beobachtungen aus dem Alltag in Worte zu fassen? Kreatives Schreiben ist eine wunderbare Möglichkeit, der eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen, Gefühle zu verarbeiten und die Sprachkraft lebendig zu halten.

Viele Menschen zögern jedoch, weil sie glauben, „nicht gut genug schreiben zu können“ oder vor dem sprichwörtlichen leeren weißen Blatt sitzen. In dieser Anleitung lernen Sie spielerische Schreibimpulse kennen, mit denen Sie Schreibblockaden sofort überwinden.


Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist kreatives Schreiben?
  2. Die 3 besten Methoden gegen die Angst vor dem leeren Blatt
  3. Erzähltechniken: Was eine gute Geschichte lebendig macht
  4. 5 praktische Schreibimpulse für den sofortigen Start
  5. Mehr dazu erfahren (Wikipedia-Wissen)
  6. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Was ist kreatives Schreiben?

Im Gegensatz zum Schreiben eines amtlichen Briefes oder einer E-Mail gibt es beim kreativen Schreiben kein „Richtig“ oder „Falsch“. Es geht um den Prozess des Entdeckens:

  • Sie schlüpfen in andere Perspektiven (z. B. eine Geschichte aus der Sicht einer Parkbank erzählen).
  • Sie spielen mit Wörtern, Stimmungen, Klängen und Bildern.
  • Sie bringen innere Bilder in eine Form, die andere Menschen berührt oder zum Schmunzeln bringt.

2. Die 3 besten Methoden gegen die Angst vor dem leeren Blatt

1. Das „Freewriting“ (Automatisches Schreiben)

Stellen Sie sich einen Wecker auf 5 Minuten. Setzen Sie den Stift aufs Papier (oder die Finger auf die Tastatur) und schreiben Sie ununterbrochen, ohne den Stift abzusetzen. Kümmern Sie sich nicht um Kommas, Rechtschreibung oder Sinn. Wenn Ihnen nichts einfällt, schreiben Sie „Mir fällt gerade nichts ein…“, bis der nächste Gedanke kommt. Das schaltet den inneren Kritiker ab!

2. Der „Reizwort-Funke“

Wählen Sie drei völlig unzusammenhängende Wörter aus (z. B. Schirm, Mondschein, Postkarte) und versuchen Sie, diese in einer kurzen Szene von 10 Zeilen miteinander zu verknüpfen.

3. Schreiben nach Sinneswahrnehmungen

Beschreiben Sie eine Szene nicht nur optisch, sondern beziehen Sie alle 5 Sinne ein: Wie riecht die Sommerluft nach dem Gewitter? Welches Geräusch macht der Kies unter den Schuhen?


3. Erzähltechniken: Was eine gute Geschichte lebendig macht

Grundregel So klingt es langweilig So wird es lebendig („Show, don't tell“)
Zeigen statt Behaupten „Herr Müller war sehr nervös.“ „Herr Müllers Finger trommelten unablässig auf die Tischplatte, während er alle zwei Minuten zur Standuhr blickte.“
Konkrete Details „Er trug alte Kleidung.“ „Sein grauer Tweed-Sakko hatte abgewetzte Ellenbogenflicken und roch nach Pfeifentabak.“
Lebendige Dialoge „Sie stritten sich über das Wetter.“ „‚Zieh die Jacke an!‘ – ‚Ich brauche keine Jacke, bei 15 Grad friert kein Mensch!‘“

4. 5 praktische Schreibimpulse für den sofortigen Start

  1. Der Dachbodenfund: Eine Person öffnet einen verstaubten Koffer und findet einen Gegenstand, der dort eigentlich nicht hingehört…
  2. Der verpasste Zug: Zwei Fremde kommen auf einem einsamen Bahnsteig ins Gespräch.
  3. Der Geruch der Kindheit: Beschreiben Sie den Geruch in der Küche Ihrer Großmutter.
  4. Ein Brief an Ihr 20-jähriges Ich: Was würden Sie sich selbst mit der heutigen Lebenserfahrung raten?
  5. Der Perspektivwechsel: Erzählen Sie einen typischen Sonntagmorgen aus den Augen Ihres Haustiers.

5. Mehr dazu erfahren (Wikipedia-Wissen)

Für Interessierte an Literaturwissenschaft und Schreibwerkstätten:

💡 Weiterführende Hintergrund-Artikel auf Wikipedia:


6. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Schreibt man besser mit der Hand oder am Computer?

Handschriftliches Schreiben fördert oft eine tiefere emotionale Verbindung und verlangsamt das Denken auf angenehme Weise. Der Computer bietet hingegen den Vorteil, dass Sie Absätze später problemlos verschieben und korrigieren können. Probieren Sie beides aus!

Muss ich meine Texte anderen Leuten vorlesen?

Nein, das Schreiben kann ein ganz privater Rückzugsort sein. Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Texte aber auch mit Freunden teilen oder in einer lokalen Schreibwerkstatt vorstellen.


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